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Wie viel Liter Milch gibt eine Kuh am Tag?

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Die durchschnittliche Milchkuh gibt heute pro Tag im Durchschnitt 50 Liter Milch. Die Kuh verliert mit der Milch täglich 2 kg Fett, umgerechnet in Butter sind das 10 Päckchen. In der Tagesmilch der Kuh sind 1,75 kg Eiweis, was etwa 230 Hühnereiern entspricht. Die unverarbeitete Kuhmilch enthält 4% Fett und 3,5 % Eiweis.

Wie viel Liter Milch gibt eine Kuh?
Melkvorgang bei einer Kuh per Hand.

Im Jahr kommt man auf erstaunliche 18.250 Liter Milch pro Kuh, was einem Gewicht von 7.650 kg entspricht. Durch Zucht- und Futteroptimierung ist die Milchleistung der Kühe in den letzten Jahren stark angestiegen.  Im Altertum soll eine Kuh nicht einmal 10% der Milchleistung von heutigen Kühen ergeben haben. Forscher vermuten ein Gewicht von rund 250 kg der damaligen Kühe.

Im Jahr 1850 lag die durchschnittliche Milchleistung einer Milchkuh bei rund 1.000 kg pro Jahr. Rund 100 Jahre später, wurde die Milchleistung bereits auf 2.500 kg Milch pro Jahr erhöht. Gegen 1970 wurde eine jährliche Milchleistung von 4.000 kg dokumentiert. Die Kuh wurde immer mehr zur „Milchmaschine“ gezüchtet, außerdem wurde das durchschnittliche Gewicht von rund 250 kg im Jahr 1850 auf ein heutiges Durchschnittsgewicht von 600 – 700 kg gesteigert.

Jahr Körpergewicht Milchleistung
1800 500-600 kg/Jahr
1850 250kg 1000 kg/Jahr
1950 2500 kg/Jahr
1970 4000 kg/Jahr
2009 600-700 kg 6000-10000 kg/Jahr

Entwicklung der Milchleistung

Die normale Milchleistung der Kuh entspricht etwas 8 kg Milch pro Tag, also der Menge, die ein Kälbchen als täglichen Nahrungsbedarf hat.

Die Rolle der Kuh hat sich seitdem viel gewandelt. Die Kuhmilch ist kaum noch für die Kälber bestimmt, vielmehr wird für den Menschen produziert – aber ist Milch eigentlich gesund?

Eine Kuh gibt rund 20 kg Milch pro Tag, und damit bei 7.300 kg im Jahr. Die Milchproduktion pro Jahr liegt in Deutschland inzwischen sogar bei über 300 Milliarden Kilogramm Milch.

So wurde die Kuh zur Milchmaschine

Die extreme Steigerung der Milchleistung ist keine natürliche Entwicklung der Kühe, sondern basiert auf Eingriffe des Menschen. Züchter und Forscher haben eine permanente Steigerung vorangetrieben, um so noch mehr Leistung zu ermöglichen. Die Vision dabei war eine klassische Profit-Optimierung, also mehr Geld zu verdienen.

Die Forschung und Zucht konzentrierte sich auf die Züchtung reiner Milchkühe. Außerdem wurde das Futter umgestellt. In der Natur frisst eine Kuh ballaststoffreiches Futter, also Heu, Klee, Gras und ähnliches. Im Kuhstall gibt es inzwischen sehr viel Kraftfutter. Einige Bauern füttern noch teilweise pflanzliche Futtermittel zu, also Getreide, Soja und Maissilage.

Um den Profit noch weiter voranzutreiben, wird inzwischen viel mit Abfallprodukten der Lebensmittelindustrie gefüttert. Es kommen nun auch tierische Produkte in das Futter, wie Magermilch- und Molkepulver, Fette und Nussschalen.

Während Kühe früher „abgestillt“ wurden und im Verlauf, also nach einer neuen Trächtigkeit wieder der Milchproduktion zugeführt werden, wird die Kuh inzwischen während der Milchgabe künstlich besamt. Die Milchkuh steht dadurch permanent für die Milchproduktion zur Verfügung, da das Euter weiterhin Milch gibt. Damit eine Kuh möglichst immer sehr hohe Milchmengen produzieren kann, wird sie bereits schon wenige Wochen nach dem Kalben wieder besamt.

Auch die Häufigkeit der Melkvorgänge wurde erhöht. Um 1990 wurde bereits mit Melkmaschinen gemolken, jedoch musste der Bauer die Adapter noch manuell am Euter der Kuh anlegen und an die jeweiligen Standplätze der Kuh gehen. Inzwischen gibt es Melkrobotter, die den Melkprozess deutlich beschleunigen.

In der USA und in Israel ist es mit Hilfe solcher Robotter üblich, die Melkvorgänge von zwei auf drei Mal pro Tag zu erhöhen.

Und nicht zuletzt werden genetische Manipulationen in Forschungszentren getestest und inzwischen angewendet. Seit 1999 ist die Anwendung innerhalb der EU verboten, jedoch werden in anderen Ländern (bspw. USA) diese Techniken genutzt.

Diese Maßnahmen ermöglichten die enorme Steigerung der Milchproduktion:

  • Züchtung von speziellen Milchkuhrassen
  • Futterumstellung von natürlichem, ballaststoffreichem Futter (Gras, Heu und Klee), auf Kraftfutter
    • Pflanzliche Inhalte (Getreide, Soja und Maissilage)
    • Abfallprodukte aus der Lebensmittelindustrie, auch tierische Inhaltsstoffe: Magermilch- oder Molkenpulver, verbrauchte Fette, Soja-Rapsschrot, Sojarückstände, Erdnussschalen, Kokosschalen und andere Schalen und Abfälle aus der Obstverarbeitung, Tiermehl (nach der BSE-Krise in der EU verboten) und Tierfette.
  • Mechanisierte Haltungsmethoden und durchrationalisiertes Haltungsmanagement
  • Ununterbrochene Trächtigkeiten, noch während der der Laktation (Milchabgabe)
  • Erhöhung der Melk-Häufigkeit, von zweimal auf dreimal pro Tag
  • Gentechnische Veränderungen (in der EU seit 1999 verboten) u. a. in der USA.

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