So machst Du nie wieder Fehler beim Stillen!

Stillen ist ein wichtiger Part des Lebens Deines Neugeborenen, denn in der Regel verbringst Du die ersten 7 Monate nach der Geburt mit dem Stillen. Wie wichtig das Stillen für die Zufuhr von Nährstoffen für Dein Baby ist, weist Du sicherlich schon, allerdings kommen mit dieser neuen Aufgabe viele Fragen auf. Du fragst Dich womöglich, wie oft Du überhaupt stillen sollst, ob Dein Baby von Deiner Milch satt wird und welche Aspekte Du generell beim Stillen beachten solltest. Diese und viele weitere Fragen werden im Ratgeber zum Stillen nachfolgend erläutert.

Wie oft stillen?

Wie oft beziehungsweise wie lange stillen? – Diese Frage stellen sich viele junge Mütter. Pauschal lässt sich dies nicht so einfach sagen, allerdings wächst dein Neugeborenes schneller, alsStillen von Neugeborenen Du Dir denken kannst. Mit einem größeren Magen fängt Dein Baby natürlich auch an, von Woche zu Woche größeren Hunger zu bekommen. Du kannst Dich daher darauf einstellen, von Woche zu Woche etwas mehr zu stillen. Hier gilt aber grundsätzlich die Regel, um richtig zu stillen: Höre auf Dein Baby. Du solltest Dein Baby nach Bedarf stillen und immer dann mit Muttermilch versorgen, wenn dieses das Bedürfnis danach hat. Grundsätzlich kannst Du aber damit rechnen, tagsüber alle 2 bis 3 Stunden zu stillen. Nachts hingegen sind die Pausen zwischen dem Stillen etwas größer. Jedes Baby kann hier aber etwas anders sein: Einige Neugeborene nehmen große Mengen an Muttermilch zu sich und warten dafür etwas länger ab, bis sie das nächste Mal das Bedürfnis nach Muttermilch haben. Andere Neugeborene hingegen nehmen etwas kleinere Mengen zu sich, möchten dafür aber öfters gestillt werden. Genauso gibt es Neugeborene, welche die Muttermilch schneller oder langsamer zu sich nehmen.

Kann ein Stillplan hilfreich sein?

Ein Stillplan ist eher weniger zu empfehlen, denn Du wirst auch ohne Stillplan häufig genug Dein Baby stillen. Stille Dein Baby einfach immer dann, wenn es das Bedürfnis nach Muttermilch zeigt. Dein Körper wird den Rest der Arbeit übernehmen: Desto häufiger Du stillst, umso mehr wird auch die Produktion von Muttermilch angekurbelt. Du musst Dir daher auch keine Sorgen über zu wenig Muttermilch machen.

Dein Baby möchte die ganze Zeit an die Brust?

Einige Mütter machen sich Sorgen, wenn das eigene Baby in der ersten Zeit nach der Geburt ständig an die Brust möchte beziehungsweise gestillt werden möchte. Dies ist jedoch ein ganz normales Zeichen: Dein Baby hat gerade in den ersten vier Wochen das Bedürfnis, ständig gestillt zu werden. Dies kann sogar alle 30 bis 45 Minuten der Fall sein. Die Gründe dafür sind vielfältig: Zum einen produziert Dein Körper zu dieser Zeit in der Regel noch eine etwas kleinere Menge an Muttermilch. Durch das stetige Nuckeln Deines Neugeborenen wird die Produktion von Muttermilch angeregt. Zum anderen hat Dein Neugeborenes gerade in den ersten 4 Wochen nach der Geburt oft das Bedürfnis, Dir sehr nahe zu sein. Das liegt vor allem daran, dass alles noch so ungewohnt für Dein Baby wirkt. Nähe zu der eigenen Mutter vermittelt hier Sicherheit.

Baby wird gestillt

Was wird unter dem Milchspendereflex verstanden?

Unter dem Milchspendereflex wird ein Reflex Deines Körpers verstanden, welcher automatisch ausgelöst wird, sobald Dein Baby anfängt, an Deinen Brustwarzen zu saugen. Durch das Saugen an Deinen Brustwarzen wird automatisch dafür gesorgt, dass das Hormon Oxytocin in Deinem Gehirn freigelassen wird. Die kleinen Muskeln, welche um Deine milchbildenden Drüsen herumsitzen, werden durch dieses Hormon dazu versetzt, sich schnell zusammenzuziehen. Dadurch wiederum beginnt der Milchfluss. Der Milchspendereflex ist daher essenziell, um Dein Baby zu stillen. Du wirst beim Stillen unter Umständen ein starkes Kribbeln in Deiner Brust verspüren. Dieses wird durch das Oxytocin ausgelöst.

Wird Dein Baby überhaupt von Deiner Milch satt?

Dein Baby kann in den ersten Monaten seines Lebens definitiv satt von Deiner Milch werden. Stillst Du Dein Baby, so kannst Du anhand mehrerer Anzeichen festmachen, ob dieses satt ist. Dein Baby wird Dir grundsätzlich zu verstehen geben, wenn dieses keine Milch mehr benötigt. Sobald Dein Baby aufhört, an Deinen Brustwarzen zu saugen, ist dieses in der Regel satt. Einige Babys benötigen aber auch mehrere Anläufe, bis diese vollkommen satt sind. Ist Dein Baby satt, so entspannt es sich in der Regel. Es ist hier teilweise auch die Rede von „Milchtrunkenheit“.

liegend das neugeborene stillen

Wann sollte Dein Baby das Geburtsgewicht wieder erreicht haben?

Nach der Geburt verliert Dein Baby zunächst immer erst etwas Gewicht. Dies ist ganz natürlich. Allerdings sollte das Geburtsgewicht auch nach einiger Zeit wieder erreicht werden. In der Regel erreichen Babys Ihr Geburtsgewicht wieder nach 10 bis 14 Tagen. Babys sollten daher circa 150 g pro Woche zunehmen. Kann diese Zunahme nicht erzielt werden, steigt das Gewicht Deines Babys nicht oder liegen bestimmte Verdauungsstörungen vor, so solltest Du sicherheitshalber einen Arzt aufsuchen.

Was ist unter dem Clusterstillen zu verstehen?

Stillkissen
Stillkissen können beim Anlegen des Kindes helfen

Unter dem Clusterstillen wird das sehr häufige Stillen innerhalb eines kurzen Zeitraums verstanden. Dein Baby hat hier also stetig das Bedürfnis, von Dir gestillt zu werden. Typischerweise tritt das Clusterstillen am Abend auf. Allerdings tritt dieses auch nicht bei jedem Baby auf. Hat Dein Baby allerdings zwischen 18 und 22 Uhr das ständige Verlangen danach, gestillt zu werden, so besteht kein Grund zur Sorge. Cluterstillen ist ein ganz normales Phänomen, solange Dein Baby tagsüber wieder ein normales Verlangen nach Muttermilch zeigt. Beachte hier lediglich, dass Du viel Zeit zum Stillen einplanen solltest. Unter Umständen hast Du also kaum Zeit, Dich während des Clusterstillens auf andere Dinge zu konzentrieren. Es kann hier daher auch empfohlen werden, sich ein Abendessen vorzubereiten, sodass stets genügend Zeit für das Baby verfügbar ist.

Stillhütchen und Pflegecremes für die Brustwarze – können diese bei Problemen helfen?

Stillhütchen kannst Du auf Deinen Brustwarzen anlegen und somit Deinem Neugeborenen das Saugen vereinfachen. Die Stillhütchen sorgen nämlich dafür, dass der Milchfluss auch ohne ein starkes Saugen garantiert wird. Stillhütchen sollten allerdings nur eine vorübergehende Lösung sein. Ein weiterer Tipp besteht in Pflegecremes für Deine Brustwarzen: Während der Stillzeit werden Deine Brustwarzen stärker gereizt. Cremes können hier dazu beitragen, dass diese geschont und geschützt werden.

Fazit

Eigentlich ist das richtige Stillen gar nicht so schwer. Beachtest Du einige der zuvor aufgelisteten Punkte, so kannst Du ohne Sorgen in Deine Stillzeit übergehen. Sobald allerdings Sorgen oder Probleme während des Stillens entstehen, welche sich nicht direkt klären lassen, solltest Du einen Arzt kontaktieren. Dieser kann in Notsituationen immer am effektivsten helfen.

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